Der 19. Italienmeistertitel untermauert die die Dominanz der Boznerinnen über 13 Jahre

 

Bozen, 26.03.2023 – Seit gestern ist auch die 33. Italienmeisterschaft im Fraueneishockey Geschichte. Bei Sportwetten wären die Quoten mäßig gewesen, denn es siegte letztlich der Favorit und das mit einer Deutlichkeit, die es so bisher noch nie gegeben hat. Dem Spiel um den Meistertitel wohnte eine ganze Reihe von Prominenten bei: Landeshauptmann Arno Kompatscher sowie sein Stellvertreter Giuliano Vettorato, Eishockeychef Marcello Cobelli, der Vizepräsident des Eissport-Landeskomitees Günther Ebnicher, der Vertreter des Paralympics-Komitees Massimo Bernardoni und Gemeinderat Roberto Selle gaben sich die Ehre.
Play Offs haben ihre eigene Geschichte heißt es, die Eagles Südtirol haben erneut bewiesen, dass dieses Motto nur bedingt stimmt. Nachdem die von Stefano Daprà und Denny Deanesi trainierte Mannschaft in der ganzen Vorrunde kein einziges Spiel verloren hatten, behielten sie diese Gangart in den Play Offs bei. In der Best-of-Three-Finalserie gegen die Icebears aus Toblach legten sie sogar noch nach. Nach dem 6:0 im ersten Spiel, ließen sie gestern in der Sparkasse Arena ein 10:1 folgen und spielten den Gegner teilweise förmlich an die Wand. Dabei versuchten die nie aufsteckenden Toblacherinnen – die eigentlich überraschend ins Finale vorgestoßen sind – immer wieder Nadelstiche zu setzen, gegen die überzeugende Teamleistung der Heimmannschaft – tatsächlich konnte jede der drei Linien anschreiben – war aber kein Kraut gewachsen.
Im Gegensatz zum Spiel in Toblach, zeigen die Eagles Südtirol in Spiel 2 gleich, dass sie auch diese Serie, wie schon die Jahre zuvor, in 2 Begegnungen abschließen wollen. Nach 64 Sekunden schlägt Manuela Heidenberger, eine der herausragenden Akteurinnen der Finalserie, zu. Eine schwere Hypothek für den Gegner. In der 8. und 11. Spielminute lässt Marissa Massaro mit zwei Backhand-Toren ins Kreuzeck ihr Doppelpack folgen worauf Ilaria Dall’Acqua entnervt den Kasten verlässt. Nach einer kuriosen Entscheidung des Schiedsrichters (eine Toblacher Verteidigerin streckt Manuela Heidenberger vor dem Tor nieder, aber die Strafe wird gegen die Spielerin der Eagles ausgesprochen) erzielt Toblach mit Mia Campo Bagatin das, was sich letztlich als Ehrentreffer herausstellen sollte. Noch im ersten Drittel überwindet aber Emily De Cristofaro Hanna Weithaler zum 4:1.
Das Mitteldrittel geht in der gleichen Gangart weiter: Die Eagles Südtirol beherrschen das Geschehen, Toblach versucht Nadelstiche zu setzen, die Eagles-Goalie Daniela Klotz aber nie wirklich in Sorge bringen. Vor dem Tor der Icebears tut sich jedoch einiges. Samantha Gius packt einen ihrer ansatzlosen Schüsse aus dem Handgelenk aus und lässt die 5 an der Anzeigetafel aufleuchten. Nur 47 Sekunden später schlägt ein Hammer von Amie Varano zum 6:1 hinter Hanna Weithaler ein. Das 7:1 trägt wieder die Handschrift von Manuela Heidenberger. Das Tor gleicht jenem in Toblach in Spiel 1. Schuss uns nahe Kreuzeck praktisch von der Torauslinie. Im Schlussabschnitt schrauben die Eagles mit Treffern von Emily De Cristofaro, Kapitän Mara Da Rech und Anna Callovini das Ergebnis noch nach oben während die Gäste keine Antwort finden und die inzwischen für Daniela Klotz eingewechselte Martina Marangoni einen ruhigen Abend bescheren. Der 19. Meistertitel, der dritte in Folge, ist damit Gewissheit. Die Goldmedaille und den Pokal aus den Händen von Landeshauptmann Arno Kompatscher zu empfangen war der krönende Abschluss. Nach dem Spiel ließ es sich sogar Minister Matteo Salvini nicht nehmen, der Mannschaft mit einem Videoanruf Anerkennung zu zollen, wobei er schmunzelnd anmerkte, dass er sich als Mailänder Eishockeyfan immer schwer tut, einer Mannschaft aus Bozen zu gratulieren.

 

 

Die Details zum Spiel:

https://powerhockey.info/game.php?id=22535